Jörgen Bracker

Inhalt des Romans: Zeelander, so heißt die Geschichte dreier Waisenkinder, der Brüder Johannes und Clemens Zeelander und ihres Freundes Claus Störtebeker, die ihre Kindheit in Wismar gemeinsam zu bringen, sich aber nach einem Seeunfall aus den Augen verlieren. Johannes Zeelander (historisch) wird der erste Schiffbaumeister der Stadt Hamburg, sein Bruder Clemens ebendort Pfarrer an St. Catharinen und später päpstlicher Nuntius. Von Claus hören sie beide lange nichts

Der Autor stellt die Gesellschaft der mittelalterlichen Hanse in all ihren Facetten vor. Hamburg ist der Hauptort der Handlung, aber auch Wismar, Kopenhagen, Avignon und Rom sind Orte, an denen sich die Schicksale der Hauptpersonen verweben. . Das Buch enthält eine Seefahrtsgeschichte, eine Geschichte der Piraterie – und darüber hinaus bietet es ein Sittengemälde, in dem ausgerechnet die Kirchenoberen (historisch!) nicht gerade durch Zucht und sittsame Strenge auffallen.

Leseprobe: Zeelander S. 212:  Claus, der jeden Priel und jeden Sand kannte, versteckte sich zunächst im Wasser hinter Gras uns Schilf, ehe er im Schutze der Nebelschwaden hinter dem ablaufenden Wasser her robbte. Sie sahen ihn einfach nicht. Nur der Schutenkönig, der noch einmal am Hafenpriel entlang auf das Watt zulief, glaubte, ihn in der Ferne ausgemacht zu haben.

„Da ist er doch. Ich seh ihn ja!“, brüllte er. „Folgt mir denn keiner? Warum kommt ihr nicht mit?“ …

Am nächsten Tage schwemmte das Morgenhochwasser die Leiche eines Mannes an. Als sie ihn umdrehten, wurde den Wachleuten speiübel. Das Gesicht des Toten war ein einziger Schrei. Der Mund war mit Muschelschalen so vollgestopft, dass die feisten Backen ihm über die Augen quollen. Kein Zweifel: Seine letzte Mahlzeit hatte Nils Werners, der Schutenkönig, nicht freiwillig zu sich genommen. 

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