Jörgen Bracker

Historischer Zeitroman – Was ist das ?

Historische Zeitromane schreibt der Autor, weil sie nicht nur die Stadtlandschaften, Land und Meer so hautnah, Wind und Wetter, Sandstürme und sogar Nordlicht-Erscheinungen miterleben lassen und historische Persönlichkeiten benennen. Der Zeitroman ermöglicht jederzeit und unaufdringlich, Vergleiche zu Ereignissen aus unserer Gegenwart zu ziehen und sie der Vergangenheit gegenüber zu stellen. Verschiedene Sichtweisen von arm bis reich zu Wort kommen zu lassen, erscheint um so notwendiger, als ein Blick hinter die Kulissen die sehr privaten Entgleisungen der Großen zur Sprache zu bringen und es ermöglichen, alle Großschnauzen, die das Machen der Geschichte für sich beanspruchen, auf Menschenmaß zu reduzieren. So werden, ohne dass der Autor es abwenden kann „große, gefühlvolle “ Romane geboren, die nach dem Urteil der Kritiker „Rau, seherisch, zu Herzen gehend“ ausfallen.

Moderation: Geschichte und Historischer Roman liegen auf unterschiedlichen Ebenen. Der Romancier übernimmt Verantwortung für die durch ihn wieder erschaffenen oder neu erfundenen Persönlichkeiten dort, wo der Historiker nicht weiterkommt und über das nicht überlieferte, nur im Roman herauf beschworene Ereignis professionell hinweggeht. Der Romanautor nimmt das Risiko auf sich, augenblicklich in die gegenwärtige Lebenssituation seines Protagonisten einzutreten, mit ihm vereinigt die gleichen Ängste und Beglückungen zu empfinden, Gefahrenmomente, Elend, Hunger, Schmerzen physisch zu durchleiden oder tragisch darin unter zu gehen. Der Autor kann und darf aus der im Roman geltenden Wirklichkeit bis zum bitteren Ende nicht austreten, wenn anders er sein Werk nicht zerstören will.

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